Krankheitsbilder einfach erklärt - PEDiP e. V.

Störungen des Kalzium­haushalts & Knochen­erkrankungen

Kalzium, Vitamin D, Phosphat und bestimmte Hormone sind entscheidend für gesunde Knochen. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann es zu Wachstumsstörungen oder Knochenerkrankungen kommen.

1. Hypokalzämie (zu wenig Kalzium im Blut)

Ein niedriger Kalziumspiegel entsteht häufig durch Vitamin-D-Mangel oder Störungen der Nebenschilddrüsenhormone.

Woran merkt man das?

Muskelkrämpfe, Krampfanfälle, weiche Knochen (Rachitis) oder Wachstumsverzögerung.

Ist das gefährlich?

Unbehandelt kann es zu bleibenden Knochenschäden kommen.

Wie wird behandelt?

Vitamin-D- und Kalziumgabe oder Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.

2. Hyperkalzämie (zu viel Kalzium im Blut)

Ein erhöhter Kalziumspiegel kann hormonelle oder genetische Ursachen haben. Auch eine Überdosierung von Vitamin D kann ursächlich sein.

Typische Symptome:

Vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit oder Verstopfung, Wachstumsverzögerung.

3. Rachitis (Vitamin-D-Mangel)

Rachitis führt zu weichen, verformbaren Knochen. Ursache ist meist ein Vitamin-D- oder ein Calcium-Mangel.

Es gibt genetische Formen der Rachitis die mit einer Erniedrigung des Phosphats einhergehen und einer speziellen Therapie bedürfen (sog. „Phosphatdiabetes“).

Eine rechtzeitige Behandlung verbessert Wachstum und Knochenstabilität deutlich.

4. Osteoporose im Kindesalter

Eine verminderte Knochendichte kann genetische Ursachen haben oder durch chronische Erkrankungen entstehen.

Wiederholte Knochenbrüche sollten immer abgeklärt werden.

5. Wann sollte eine Abklärung erfolgen?

Bei wiederholten Frakturen, anhaltenden Knochenschmerzen oder Wachstumsstörungen ist eine kinderendokrinologische Untersuchung bedingt empfehlenswert.